Achtsamkeit und die Vorteile im täglichen Leben

Im Zusammenhang mit Stressbewältigung, Gesundheit und Meditation taucht immer häufiger der Begriff Achtsamkeit auf. Die Achtsamkeitspraxis ist schon mehr als 2.500 Jahre alt und hat ihren Ursprung in den buddhistischen Lehren. Angesichts dieser Tatsache scheint es, als wäre die Achtsamkeitspraxis über lange Zeit vernachlässigt worden und ist jetzt wieder in Mode gekommen. Grundsätzlich handelt es sich um eine Praxis, die das Leben bereichern und verbessern soll, auch ohne religiösen Hintergrund. Die meisten Menschen gehen in unserer hektischen, schnelllebigen Zeit unachtsam durch den Alltag. Jeder kann Achtsamkeit lernen und in das tägliche Leben integrieren.

Mythos Achtsamkeit, Wunderwaffe für Körper und Geist?

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Das Leben verbessern, sich weniger Sorgen machen und weniger unter Druck setzen, Stress besser bewältigen, gelassener durch den Alltag kommen – all das sind die Vorteile der Achtsamkeit. Weitere positive Aspekte sind der rücksichtsvollere Umgang mit den Mitmenschen, mehr Zufriedenheit, mehr Erfolge im Beruf und eine bessere Gesundheit. Handelt es sich um einen Mythos und eine Wunderwaffe für Körper und Geist? Zu diesem Thema sind mittlerweile viele Bücher erhältlich. Seminare, Workshops und Coachings werden angeboten. Die Achtsamkeit hat sogar einen wissenschaftlichen Hintergrund. Die Wirkung wurde von Medizinern und Psychologen untersucht und ist wissenschaftlich belegt. Das Ziel besteht darin, die alltäglichen Dinge des Lebens und sich selbst bewusster wahrzunehmen, um damit das Wohlbefinden zu steigern.

Was ist Achtsamkeit?

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Es ist schwierig, den Begriff Achtsamkeit zu erklären. Es geht darum, dass der Mensch sich selbst und das, was um ihn herum passiert, bewusster wahrnimmt. Der Mensch funktioniert nicht nur, indem er alltägliche Dinge wie Körperpflege, Essen und Trinken oder seine berufliche Tätigkeit verrichtet, sondern er ist aufmerksamer. Der Begriff kann mit einer verstärkten Aufmerksamkeit beschrieben werden. Der Mensch beobachtet sich selbst und seine Umwelt genauer, indem er körperlich und geistig voll im Moment ist.

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Woher stammt die Achtsamkeit?

Die Achtsamkeitspraxis hat ihren Ursprung in der Satipatthana-Sutta des Buddhismus, die mehr als 2.500 Jahre alt ist. Die Meditation spielt im Buddhismus eine wichtige Rolle. Die Achtsamkeit ist die Grundlage aller Meditationen im Buddhismus. Um die Wirkung der Meditation zu erforschen, muss auch die Wirkung der Achtsamkeit erforscht werden. Das Satipatthana-Sutta umfasst Körper, Gefühle und Empfindungen, Geist und Geistesobjekte. Wer sich näher mit der Meditation und mit Yoga beschäftigt hat, wird vielleicht schon auf den Begriff Vipassana gestoßen sein. Dabei handelt es sich um Achtsamkeitsmeditation.

Achtsamkeit Definition

Das ist nicht Achtsamkeit

Das Gegenteil von Achtsamkeit ist Unachtsamkeit. Ist der Mensch unachtsam, handelt er in seinen gewohnten Denk- und Verhaltensmustern. Er nimmt sich selbst und seine Umwelt nur unbewusst wahr und handelt wie von einem Autopilot gesteuert. Was ist Achtsamkeit nicht? Es ist keine Religion, keine Entspannungsübung und keine Technik, dem Alltag zu entfliehen. Ihr Sinn besteht nicht darin, den Geist leer zu machen oder dem Schmerz zu entkommen.

Das ist Achtsamkeit

Der Begriff Achtsamkeit wird von Wissenschaftlern mit intensiver Aufmerksamkeit definiert. Die Aufmerksamkeit bezieht sich auf die Gegenwart. Ist der Mensch achtsam, ist er voll da. Er ist voll im Moment. Er beobachtet sich selbst und seine Umgebung genau und bekommt alles voll mit. Der Mensch achtet auf den Moment, ohne ihn zu bewerten. Es gilt, sich auf das zu konzentrieren, was außerhalb der Gedanken ist. Ein achtsamer Mensch nimmt den Moment bewusst wahr und erlebt ihn mit allen seinen Gedanken, Sinneseindrücken, Emotionen und körperlichen Vorgängen. Er kategorisiert nichts und ordnet nichts ein.
Die Akzeptanz der Gegenwart und die wertfreie Beobachtung hat nichts mit Esoterik zu tun. Sie ist ein Bewusstseinszustand, den der Mensch erlernen und nutzen kann.

Gesundheitliche Vorteile

Das Achtsamkeitstraining hat einige entscheidende Vorteile:

– Bessere psychische Gesundheit
– Bei depressiven Menschen: weniger depressive Phasen
– Besserer Umgang mit Stress und Belastungen
– Bei Angstpatienten: Beruhigung und weniger Ängste
– Besserung bei posttraumatischen Belastungsstörungen
Nicht nur für die körperliche Gesundheit bietet das Achtsamkeitstraining Vorteile. Es führt zu mehr Lebensqualität und geistiger Gesundheit. Das ist in verschiedenen Aspekten begründet:
– Besserer Zugang zu den inneren Ressourcen und Erweiterung der selbstgesteckten Grenzen
– Stabilisierung und Beruhigung des Geistes, da er nicht mehr von Gedankenströmen vereinnahmt wird
– Klares Verständnis für sich selbst und für das eigene Leben
– Mitfühlender und geduldiger mit sich selbst sein und sich selbst besser akzeptieren
– Besserer Umgang mit Stress-Situationen, psychisch-emotionalen Belastungen und widrigen Lebensumständen
– Impulse besser unter Kontrolle bekommen und weniger aufbrausend sein
– Selbstbewussteres und selbstbestimmteres Handeln
– Negative Gefühle in sinnvolle Kanäle umleiten
– Mehr Souveränität, Gleichgewicht, Stabilität und Lebensfreude entwickeln, um auch mit schwierigen Situationen besser umzugehen
– Freundlich, aber bestimmt Grenzen setzen.

Sind die Wirkungen wissenschaftlich erwiesen?

Achtsamkeit und Meditation wurden in den letzten 30 Jahren umfassend wissenschaftlich erforscht. Die Wirkung der Achtsamkeitsmeditation wurde mittlerweile in zahlreichen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen. Viele Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass die Achtsamkeitsmeditation das Wohlbefinden steigern kann. Als Vater der modernen Achtsamkeitspraxis gilt der Molekularbiologe Jon Krabat-Zinn. Ende der 1970er Jahre entwickelte er an der University of Massachusetts das medizinische Achtsamkeitstraining MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction). Bei diesem Training geht es um Stressbewältigung durch Achtsamkeit. Krabat-Zinn war Schüler des Zen-Buddhismus. Sein MBSR-Training ist wissenschaftlich gut erforscht und evaluiert. Mit diesem Training können auch Menschen ohne spirituellen Bezug Probleme besser lösen. In den USA und in einigen Kliniken in Deutschland wird die Achtsamkeitspraxis bereits als Bestandteil neuer verhaltenstherapeutischer Verfahren angewendet.
Mit bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomografie wird die Hirnstruktur mit hochauflösenden Bildern sichtbar gemacht. Diese Bilder zeigen, was Achtsamkeitstraining für das Gehirn bewirkt. Bereits nach kurzer Zeit kann die für die Steuerung der Aufmerksamkeit zuständige Gehirnsubstanz wachsen. Auch der positive Einfluss von Achtsamkeit auf die Zusammensetzung des Blutes ist bereits nachgewiesen worden. Wie der Mediziner Tobias Esch von der Hochschule Coburg in einer Studie nachgewiesen hat, verändert sich der Hormonpegel im Blut. Das führt zur Reduktion von Stress.

Wie lässt es sich mit Alltag und Beruf verbinden?

Wer Achtsamkeit in Alltag und Beruf praktizieren möchte, muss nicht seinen gesamten Tagesablauf umstrukturieren und auch keine komplizierten Techniken erlernen. Jeder kann die Achtsamkeitspraxis erlernen und anwenden. Eine gute Grundlage dafür ist das von Jon Krabat-Zinn entwickelte Achtsamkeitstraining MBSR. Dieses Training kann in Kursen und mit dem entsprechenden Material auch zu Hause erlernt werden. MBSR-Seminare werden zum Teil schon von den Krankenkassen anerkannt und bezahlt. Mit einfachen Übungen kann die Achtsamkeitspraxis in Alltag und Beruf integriert werden:
– Sich vor dem Aufstehen bewusst etwas Zeit nehmen, um sich auf die Atmung zu konzentrieren und Eindrücke wahrzunehmen
– Mahlzeiten bewusst wahrnehmen
– Beim Weg zur Arbeit und zurück Menschen und Straßen bewusst wahrnehmen
– Auf kleine Details am Arbeitsplatz achten

Achtsamkeit in der Psychologie

Achtsamkeit nimmt in der Psychologie bereits einen wichtigen Platz ein. Kurse für das MBSR-Training werden angeboten. Die Achtsamkeitspraxis wird in der Psychologie zur Behandlung verschiedener Probleme wie Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen, Zwangsneurosen oder Angststörungen genutzt. Die Wirkung wird in immer mehr Studien erforscht. Zunehmend wird die Wirkung der Achtsamkeit von Schulmedizinern anerkannt.

Achtsamkeit für Anfänger und Achtsamkeit lernen – Wie geht das?

Achtsamkeit kann man nicht von heute auf morgen lernen. Mit verschiedenen Übungen kann Achtsamkeit für Anfänger praktiziert werden. Einfache Achtsamkeitsübungen beziehen sich auf die Sinne und lassen sich bequem in den Alltag integrieren. Mit verschiedenen Materialien wie CDs oder Videos kann die Achtsamkeitsmeditation zu Hause erlernt werden. Wer mehr über Achtsamkeitsübungen und Achtsamkeitstraining erfahren möchte, kann sich auf den Unterseiten achtsamkeit-kompass.de/achtsamkeitsuebung und achtsamkeit-kompass.de/training umschauen.

Mythos – Ja oder Nein?

Im Zusammenhang mit Achtsamkeit und Meditation muss die Frage beantwortet werden, ob es sich um einen Mythos handelt. Achtsamkeit ist kein Mythos, da die Wirkung bereits wissenschaftlich belegt ist. Studien haben die positive Wirkung auf den Geist gezeigt. Daher wird das Achtsamkeitstraining inzwischen von Psychologen zur Behandlung verschiedener psychischer Erkrankungen angewendet. Studien zur Erforschung der Wirkung von Achtsamkeit auf die körperliche Gesundheit sind im Gange. Sie sollen die Wirkung bei der Behandlung verschiedener Erkrankungen belegen.

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Häufig gestellte Fragen zu Achtsamkeit

Was sind Achtsamkeitsübungen?

Bei Achtsamkeitsübungen handelt es sich um verschiedene Übungen zum Erlernen der Achtsamkeitsmeditation. Sie basieren auf dem MBSR-Training von Jon Krabat-Zinn. Die Übungen beziehen sich auf Körper, Gefühle, Handlungen und Umgebung. Einfache Übungen können bereits ohne umfangreiche Anleitungen in den Alltag integriert werden. Es geht um
– Beobachtung des Körpers
– Beobachtung von Gedanken, Bedürfnissen und Impulsen
– Beobachtung der eigenen Handlungen
– Dinge nicht bewerten.

Was ist innere Achtsamkeit?

Bei der inneren Achtsamkeit geht es darum, Verstand und Gefühle miteinander in Einklang zu bringen. Sie hilft dem Menschen, zu erkennen, wie Wahrnehmungen auf äußere und innere Reize entstehen. Der Mensch gelangt zu mehr Aufmerksamkeit und mehr Selbstachtung.

Was ist Achtsamkeitsmeditation?

Bereits vor mehr als 2.500 Jahren war die Achtsamkeitsmeditation eine wichtige Praxis im Buddhismus. Achtsamkeit ist die Grundlage der Meditation. Die Achtsamkeitsmeditation wird auch als Vipassana bezeichnet und dient zur Steigerung des Wohlbefindens. Sie wird inzwischen auch in der Medizin eingesetzt, um schwere Erkrankungen zu lindern. Bei dieser Meditationstechnik werden Geistesinhalte beobachtet und nicht bewusst gesteuert. Alle aufkommenden Gedanken sind willkommen, ohne dass einem Gedanken eine Priorität beigemessen wird.

Was bedeutet Achtsamkeit im Buddhismus?

Im Buddhismus ist Achtsamkeit eine wichtige Praxis. Es gilt, das menschliche Dasein in Körper, Geist und Gefühlen zu betrachten. In allen buddhistischen Schulen ist die Achtsamkeit eine meditative Grundpraxis. Sie bezieht sich auf den Körper, die Gefühle und Empfindungen, auf den Geist und auf die Geistesobjekte.