Achtsamkeitsübungen für Kinder

Achtsamkeit ist die Grundlage der Meditation und hat ihren Ursprung in den buddhistischen Lehren. In unserer hektischen Zeit nimmt die Achtsamkeit einen immer wichtigeren Platz ein. Ihre Wirkung für Körper und Geist ist inzwischen durch verschiedene Studien belegt. Psychologen nutzen Achtsamkeitsübungen, um verschiedene psychische Störungen wie Ängste, Zwangsneurosen, Burnout oder Depressionen zu behandeln. Auch Ärzte wissen mittlerweile die Achtsamkeit als Beitrag zur Heilung verschiedener Erkrankungen zu schätzen. Die Achtsamkeitsmeditation führt zu mehr Lebensqualität und hilft beim Stressabbau. Jeder kann die Achtsamkeitsübungen erlernen. Sie sind für Erwachsene ebenso geeignet wie für Kinder. Es gibt verschiedene Achtsamkeitsübungen für Kinder, die Kinder allein oder zusammen mit den Eltern ausführen können.

Vorteile der Achtsamkeit

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Achtsamkeit hat Vorteile für jeden. Kinder und Erwachsene, die Achtsamkeit praktizieren, gelangen zu mehr Lebensqualität. Die Achtsamkeitsmeditation führt zu einem bewussteren Umgang mit dem Körper und hilft, Körpersignale besser zu erkennen und darauf zu reagieren. Ziel der Achtsamkeit ist eine bewusstere Wahrnehmung der Dinge und Vorgänge, ohne eine Wertung vorzunehmen. Die Vorteile der Achtsamkeit sind vielfältig:

– Mehr Lebensfreude, inneres Gleichgewicht und Souveränität
– Einklang von Geist und Körper
– Erweiterung selbst gesteckter Grenzen durch besseren Zugang zu den eigenen Ressourcen
– Besserer Umgang mit Stress
– Mehr psychische Gesundheit, die sich positiv auf die körperliche Gesundheit auswirkt
– Besserer Umgang mit Stress und Problemen
– Stärkung der Persönlichkeit durch mehr Selbstbewusstsein.

Achtsamkeit führt dazu, nicht mehr nur wie auf Autopilot zu handeln und in Gewohnheiten zu verharren. Sie bedeutet mehr Aufmerksamkeit und einen bewussteren Blick auf uns selbst, auf die Mitmenschen und auf die Umwelt.

Die Bedeutung von Achtsamkeit im Kindesalter

Eine Achtsamkeitsübung für Kinder lässt sich leicht in den Alltag integrieren und ist schnell zu erlernen. Sie kann gemeinsam mit den Eltern ausgeführt werden und ist in vielen Situationen möglich. Menschen, die bereits im Kindesalter Achtsamkeit üben, sind auch im Erwachsenenalter achtsamer und verstehen es, achtsam mit sich selbst umzugehen. Kinder können die Achtsamkeitspraxis spielerisch erlernen. Da Kinder schon im zarten Alter sehr aufmerksam und neugierig sind, wenn sie die Welt entdecken, ist das Kindesalter perfekt, um Achtsamkeitsübungen zu praktizieren. Wird das Kind größer, wird häufig Flexibilität und Anpassung von ihm gefordert. Gerade bei Kindern, die unruhig oder unkonzentriert sind, kann die Achtsamkeit helfen. Sie kann die Konzentrationsfähigkeit schulen. Kinder können ruhiger und aufmerksamer werden. Das Selbstbewusstsein der Kinder wächst. Die Kinder erfahren weniger Stress und lernen, mit schwierigen Situationen besser umzugehen. Kinder behalten mit Achtsamkeit einen besseren Blick für die Umgebung und für ihre Mitmenschen. Sie können besser mit anderen Menschen umgehen und sind einfühlsamer. Daher sollten Achtsamkeitsübungen für Kinder bereits frühzeitig praktiziert werden.
Kommt ein Kind in die Schule, ist das ein neuer Lebensabschnitt. Der Schulalltag ist eine Umstellung und eine große Herausforderung für das Kind. Für viele Kinder bedeutet der Schulalltag Stress. Kinder, die Achtsamkeit praktizieren, kommen im Schulalltag besser zurecht, da sie besser mit schwierigen Situationen umgehen können. Kinder lernen, zu entspannen und den Alltag zu managen. Die Achtsamkeit kann zu besseren Leistungen in der Schule führen.

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Die fünf wirkungsvollsten Achtsamkeitsübungen für Kinder

Die folgenden fünf Achtsamkeitsübungen eignen sich für die ganze Familie und sind leicht zu erlernen. Sie können gemeinsam mit Kindern ausgeführt werden. Da sie nicht viel Zeit in Anspruch nehmen und sich einfach ausführen lassen, kann sie ein Kind auch allein ausführen.

1. Meditation am Morgen

Mit dieser Achtsamkeitsübung für Kinder gelingt ein entspannter Start in den Tag. Diese Übung kann das Kind direkt nach dem Aufwachen praktizieren.
So funktioniert sie:

– Einige Minuten mit offenen Augen liegenbleiben.
– Mehrmals bewusst tief ein- und ausatmen.
– Körper von Fuß bis Kopf abscannen und die Gefühle dabei bewusst wahrnehmen, ohne zu werten.
– Unangenehmes verschwinden lassen, ohne wütend zu sein.

Diese Übung kann von größeren Kindern problemlos ausgeführt werden. Kleinere Kinder benötigen eine Anleitung von den Eltern und sollten die Übung gemeinsam mit den Eltern ausführen.

2. Atemwahrnehmung üben

Die bewusste Wahrnehmung der Atmung ist eine gute Achtsamkeitsübung für Kinder, die sich für den Einstieg eignet. Kleine Kinder sollten diese Übung unter Anleitung der Eltern und mit den Eltern gemeinsam ausführen.
Diese Übung funktioniert folgendermaßen:

– Flach hinlegen.
– Eine Hand auf den Bauch legen.
– Bewusst und langsam tief ein- und ausatmen.
– Beobachten, wie sich die Bauchdecke beim Einatmen hebt und beim Ausatmen senkt.

Eltern können nach ein paar Atemzügen mit dem Kind darüber reden, was sie erlebt haben. Diese Übung kann auch zum Entspannen bei Stress und zur Entschleunigung im Schulalltag dienen.

3. Wahrnehmung von Körper und Stimmung

Bei Erwachsenen kommt der eigene Körper häufig zu kurz. Das führt zu verschiedenen Krankheiten. Achtsamkeitsübungen für Kinder können den Blick für den eigenen Körper schulen und helfen, Körpersignale besser wahrzunehmen. Auch diese Übung können Kinder zu Anfang mit den Eltern gemeinsam ausführen.
Sie funktioniert so:

– Augen schließen und dabei gedanklich den Körper von innen beobachten.
– Darauf achten, wie sich der Körper anfühlt. Wie fühlt sich der Körper an den verschiedenen Stellen an? Was kann das Kind wahrnehmen? Was verändert sich?
– Danach den Fokus auf die Stimmung legen. Wie geht es dem Kind? Welche Gedanken und welche Stimmung nimmt es wahr?
Auch nach dieser Übung sollten Eltern mit den Kindern darüber sprechen, was sie dabei empfunden haben. Das Kind kann über seine Wahrnehmungen sprechen.

4. Bewusstes Erleben des Gehen

Diese Achtsamkeitsübung eignet sich für quirlige und unruhige Kinder. Sie können zu mehr Ruhe gelangen und die Konzentration verbessern. Das bewusste Gehen können Eltern mit ihren Kindern auf dem Schulweg oder bei einem Spaziergang üben.
Diese Übung erfolgt so:

Aufmerksam gehen und dabei auf folgendes achten:
– Wie fühlen sich die einzelnen Schritte an?
– Wie ist der Weg unter den Füßen? (Hart, weich, steinig, eben, nass, trocken…)
– Wie bewegen sich die Arme beim Gehen?
– Schritte zählen bei einem langsamen Atemzug
– Was sehe, höre und rieche ich auf dem Weg?

5. Schönes erkennen und den Augenblick genießen

Um vom hektischen Schulalltag, von Stress und Ärger abzuschalten, eignet sich die folgende Achtsamkeitsübung für Kinder. Dafür werden die schönen und glücklichen Momente des Tages wahrgenommen und festgehalten. Eltern können mit ihrem Kind am Nachmittag oder am Abend den Tag Revue passieren lassen. Dabei können sie überlegen, was sie Schönes erlebt haben:

– Welcher Moment war schön?
– Worüber hat das Kind gelacht?
– Mit wem hat das Kind diesen schönen Moment erlebt?

In einem Tagebuch kann das Kind diese Erlebnisse niederschreiben. Das Kind kann immer wieder darauf zugreifen.

Fazit

Kinder sind zumeist aufmerksam und erleben den Tag und die Umwelt bewusst. Achtsamkeitsübungen für Kinder sind perfekt geeignet, um die Sinne der Kinder zu schulen. Kinder können diese Übungen gemeinsam mit den Eltern ausführen. Das gelingt bereits bei Kindern im Vorschulalter. Kinder lernen, besser mit Stress und schwierigen Situationen umzugehen. Gewöhnen sie sich an Achtsamkeit, können sie auch im Erwachsenenalter besser mit Stress umgehen.

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Häufig gestellte Fragen zu Achtsamkeitsübungen für Kinder

Ab welchem Alter sind Achtsamkeitsübungen geeignet?

Bereits ab einem Alter von drei Jahren können einfache Achtsamkeitsübungen wie das bewusste Atmen oder das bewusste Gehen begonnen werden. Komplexere Übungen werden im Vorschul- oder Schulalter ausgeführt.

Ist eine besondere Anleitung für die Achtsamkeitsübung für Kinder erforderlich?

Da die Achtsamkeitsübungen einfach sind und es auf die Empfindungen ankommt, ist keine besondere Anleitung erforderlich. Eltern, die sich mit den Übungen beschäftigen, können sie ihren Kindern vermitteln.

Nehmen die Achtsamkeitsübungen viel Zeit in Anspruch?

Die Achtsamkeitsübungen nehmen nur wenige Minuten in Anspruch. Sie können daher leicht in den Alltag integriert und mehrmals am Tag ausgeführt werden.